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Robert Sterl
Kommunikantin in Frankreich, 1893
Sommerliche Flusslandschaft in Frankreich, 1893

Impressionismus

Der Impressionismus ist eine Kunstbewegung der Moderne. Er wandte sich gegen die konservative akademische Kunstpraxis des 19. Jahrhunderts und entstand in Frankreich um 1870–75. Ein Gemälde von Claude Monet mit dem Titel „Impression, Sonnenaufgang“ veranlasste einen Kunstkritiker die Monet gleich gesinnten Künstler als „Impressionisten“ zu bezeichnen. Die Impressionisten-Bewegung wurde zum Wegbereiter der modernen Kunst in vielen Ländern. Von der Geburtsstätte des Impressionismus – Frankreich – ausgehend, entwickelte in Deutschland eine ganz eigenständige Ausprägung. Diese folgte den Anregungen der Schule von Barbizon sowie der holländischen Malerei des ausgehenden 19. Jahrhunderts (Haager Schule). Die farbzerlegenden Tendenzen des französischen Spätimpressionismus waren den Deutschen, mit Ausnahme von Paul Baum, fremd. Vor allem Max Liebermann (1847–1935) entwickelte sich zu einem führenden Vertreter des deutschen Impressionismus. München und vor allem Berlin wurden zu Zentren impressionistischer Malerei. Sezessionen als freie Künstlervereinigungen entstanden nicht nur dort, sondern auch in Dresden, wo Robert Sterl zu den Gründungsmitgliedern gehörte. Der wesentlich jüngere Robert Sterl folgte zunächst Liebermann sogar in der Wahl seiner Sujets. Nach seiner Berufung an die Dresdener Kunstakademie 1904 entwickelte Robert Sterl mit den ihm eigenen Themen Steinbruch, Musik und Russland eine unverwechselbare, expressive künstlerische Handschrift. Mit Gemälden wie z.B. „Schiffszieher an der Wolga“ von 1910 (Galerie Neue Meister Dresden) wurde Sterl zu einem Impulsgeber für die moderne gegenständliche Malerei – z.B. eines Oskar Kokoschka – in Deutschland.

Max Liebermann urteilte 1928 über seinen Malerfreund.

„Sterl ist ein wahrhafter Künstler; er malt, was ihn in der Natur zu malen reizt. Seine Bilder sind gesehen, erschaut und erlebt. Keine Programm-Malerei. Er malt, wie ihm der Schnabel gewachsen ist, womit ich nicht etwa sagen will, daß er nicht alles, was in der Kunst lernbar ist und was nicht wenig ist, gelernt hätte – wie hätte er sonst ein so ausgezeichneter Lehrer sein können –, sondern ich will damit ausdrücken, daß er die Natur einfach auf sich wirken läßt, um sie dann im Bilde möglichst getreu wiederzugeben. Er will keine neue Kunst erfinden, wie manch eitler Narr, sondern er malt so, wie sein Sinn ihn zu malen antreibt. Er hat in der Dresdner Galerie gelernt, daß Kunst von Können kommt und daß nicht der Intellekt, sondern der sinnliche Eindruck den Maler macht. Gerade heutzutage, wo die Achtung vor dem Metier fast geschwunden ist und jeder Stümper sich ein Kulturfaktor dünkt, ist es nicht hoch genug anzuerkennen, daß ein Künstler von Sterls Format nur Maler, nicht mehr und nicht weniger
sein will.“