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Robert Sterl

Darja Eßer: Fallschirm, 2015, Tusche auf Papier, 41 x 31 cm


Robert-Sterl-Preis 2018:

Ausstellungseröffnung und Verleihung des Robert-Sterl-Preises 2018
am Sonntag, dem 16. September, um 11:15 Uhr:

Darja Eßer - Eine Stelle in der Welt
Preisträgerausstellung: 16. September - 31. Oktober 2018

Gespräch mit der Künstlerin am Samstag, 20. Oktober, um 11:15 Uhr

Darja Eßer (*1987) zeichnet, mit Tusche auf Papier. Mal linear, oftmals organisch gewachsen erscheinen die Strukturen in ihren Papierarbeiten. In das Eigenleben der wässrigen Tusche greift die Künstlerin zurückhaltend ein und entwickelt mit wenigen Interventionen eine Form, bei der das Wechselspiel von Unmittelbarkeit und Unkontrollierbarkeit erhalten bleibt. Ihre Bildmotive entwickeln sich aus Ideen und Assoziationen, die der Künstlerin während des Arbeitens mit dem Material sowie durch Alltagserlebnisse und Erfahrungen in der Natur begegnen. Darja Eßer beschäftigen Körpergrenzen und ihre Auflösung, die Feinheit und gleichzeitige Rohheit von Hüllen und Haut sowie das Vergängliche und damit verbundene Dynamiken des Menschlichen.

Das Papier ist dabei nicht nur Träger der Zeichnung sondern wird zum eigenständigen künstlerischen Medium. Aus transparentem Japanpapier, mit dem Grundriss von Lungenflügeln, näht sie fragile Schuhkörper, die zugleich an Gehäuse von Verpuppungen erinnern lassen. Behutsam gefaltet und in nuancierter Farbigkeit, schöpfend aus Natureindrücken, entwickeln die direkt an der Wand befestigten Formen einen reliefartigen Charakter und changieren zwischen Zwei- und  Dreidimensionalität, Bild und Objekt. Eine besondere Faszination übt auf Darja Eßer das  japanische, handgeschöpfte Maulbeerbaumpapier aus, das Sie selber in einem mehrtägigen Prozess herstellt. Für das Zeichnen ist das Papier zu grob, die Tusche verläuft darauf. So arbeitet sie ihre Tuschzeichnungen zwischen die Schichten der Papierfasern ein. In der abgeschlossenen Arbeit wirken die überlagernden Fasern wie eigenständige zeichnerische Spuren und erwecken neue transparente Bildräume.

Im Zusammenspiel von organischer, wie zufällig gebildeter Zeichnung und der Freiheit im Umgang mit den Materialien entwickeln ihre Papierarbeiten eine besondere Sinnlichkeit, Kraft und Poesie.

In der Preisträgerausstellung zeigt Darja Eßer im Robert-Sterl-Haus neben aktuellen Zeichnungen und Papierarbeiten auch eine Auswahl an Skizzenbüchern, die einen direkten Einblick in den intensiven Entwicklungsprozess ihrer Motive geben.

Die Sammelstiftungen des Bezirkes Dresden vergeben als Verwalter des Nachlasses von Robert Sterl zusammen mit der Hochschule für Bildende Künste Dresden seit 1997 jährlich den Robert-Sterl-Preis für Meisterschüler*innen.