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Jahresbericht 2014 Sonderausstellungen 2014
Robert Sterl



Schuch Z 2381
R. Sterl: Ernst von Schuch dirigiert,
Bleistift auf Papier, 1912 (Z 2381)

Büste Richard Strauss
Hugo Lederer: Büste Richard Strauss,
1908, Bronze, Höhe 40 cm

Z 495 Schuch
R. Sterl: Ernst von Schuch, „Probe zum
Palmsonntagsconzert Beethovens IX“,
Bleistift auf Papier, 1912 (Z 495)








Bernd_Fenk_Barriere
Bernd Fenk (c): Barriere,
Öl auf Leinwand, 2011

Bernd_Fenk_Bruch
Bernd Fenk (c): Bruch,
Öl auf Leinwand, 2011





Dellgruen Selbstporträt
Selbstportrait Franziskus Dellgruen,
46 x 61 cm, 1930er/40er, (c) Privatbesitz

Gorillabyby
Franziskus Dellgruen: Gorillababy, Tusche
220 x 144 mm, 1950er, (c) Privatbesitz

Paar
Franziskus Dellgruen: Erotische Szene,
Tusche und Feder, Kratzspuren,
360 x 265 mm, undatiert, (c) Privatbesitz







HenrikePilzJa
Henrike Pilz (c): Ja (Spaltungen),
Siebdruck, 2012 (Detail)

QR codes1
Henrike Pilz (c): QR codes, Foto, 2013

Pilz_MaschineVierzig
H. Pilz (c): Maschine Vierzig (Arbeiterbild),
Öl / Acryl / Guache auf Leinwand, 2013
Rückblick: Sonderausstellungen 2014


„Alles stark faszinierend“  - Gedenkausstellung zum 100. Todestag
des Dirigenten Ernst Edler von Schuch (1846 - 1914) 
und zum 150. Geburtstag des Komponisten Richard Strauss (1864 – 1949)

Sonderausstellung: 1. Mai bis 6. Juli 2014

Robert Sterl lernte den Dirigenten Ernst Edler von Schuch um 1907 kennen, als er einen Porträtauftrag zu erfüllen hatte: Er sollte das „Petri Quartett“ malen. Der Leiter dieses beliebten Streichquartetts, Henry Petri, war zugleich erster Geiger im Orchester der Dresdner Hofoper unter dem Dirigat von Schuch. So befreundete sich der Maler zuerst mit Petri, dann sehr bald mit dem schon berühmten und einfl ussreichen Dresdner Dirigenten Schuch.

Dank Schuchs hatte Sterl nun einige Jahre lang das Privileg, den Proben im Orchestergraben zwischen den Musikern zeichnend beizuwohnen. Das Thema Musik erfüllte nun sein künstlerisches Schaffen: Es entstanden zahlreiche Dirigentenbildnisse in Öl, einige Lithografien und unzählige Zeichnungen. Die Ausstellung präsentiert eine Auswahl der besten Schuch-Zeichnungen aus dem Künstlernachlass. Zudem zeigt ein Hauptwerk im Maleratelier Schuch 1908 dirigierend im Orchester (Öl auf Leinwand, 90 x 90 cm). Auch ein Porträt-Gemälde von 1909 aus dem Besitz der Familie Schuch wird als Leihgabe – neben der Korrespondenz der beiden Freunde – präsentiert werden.

Im Nachlass des Malers finden sich einige Verschränkungen seiner Kunstwerke mit Zeitdokumenten: So liegen z.B. mehrere Schuch-Zeichnungen mit Sterls handschriftlichem Vermerk „Probe zum Palmsonntagsconzert Beethovens IX“ vor. Dazu passend findet sich in seiner Bibliothek auch das zugehörige Programmheft zum „6. Sinfonie-Konzert der Königl. Musikalischen Kapelle (Palmsonntags-Konzert.)“ am 31. März 1912; „unter der Leitung des General-Musikdirektors Ernst v. Schuch“ wurde laut Programmheft Beethovens Sinfonie Nr. 9 in D-moll mit dem Schlußchor Schillers Ode „An die Freude“ gespielt – ganz nebenbei kann die Zeichnung somit auf das Frühjahr 1912 datiert werden. Einmal notierte Sterl neben der in flüchtiger Aktion erfassten Figur Schuchs: „Die ganze Bewegung muss ein Zucken sein, von unten nach oben, glänzend und dabei wenig oben im Kopf als Licht – Alles stark faszinierend“.

Da Ernst von Schuch in Dresden einige bedeutende Uraufführungen des Komponisten Richard Strauss (1864-1949) dirigierte – „Feuersnot“ (1901), „Salome“ (1905), „Elektra“ (1909), „Rosenkavalier“ (1911) – und Sterl einige dieser musikgeschichtlichen Sternstunden zeichnerisch dokumentierte, wird die Ausstellung auch zur Feier des 150. Geburtstages von Richard Strauss ausgerichtet. Dessen Zusammenarbeit mit Schuch wird ebenso sichtbar. Eine Strauss-Büste von Hugo Lederer (1864-1949) aus dem Besitz von Robert Sterl zeigt, wie sehr der Maler auch diesen Komponisten schätzte. Sterl zeichnete nicht nur Schuch als Dirigenten, sondern 1912 auch Strauss selbst als Orchesterleiter seiner Oper „Ariadne auf Naxos“.

Als Robert Sterl auf einer Russlandreise vom Tod seines Freundes Ernst von Schuch am 10. Mai 1914 erfahren muss, klagt er in einem Brief an Seine Ehefrau Helene: „Schuch ist der traurigste Punkt meiner Gedanken und ich komme nicht darüber fort. Wie viel ich durch den Prachtkünstler verliere, kann man gar nicht sagen, denn er war ja immer so lieb und besonders nett zu mir. Nun ist auch das vorüber und das Petriquartett und der liebe Schuch, vorbei.“ Mit dem Tod seiner beiden Musikerfreunde Henry Petri (1853-1914) und Ernst von Schuch versiegt bei Sterl die Inspiration, das Thema Musik künstlerisch darzustellen. (Kurator Dr. Andreas Quermann)
download_faltblatt_schuch-ausstellung_2014.pdf


H I N W E I S (Stadtmuseum Dresden)

Die Schuchs – eine Künstlerfamilie in Dresden
,
Sonderausstellung im Stadtmuseum Dresden (
10. Mai bis 28. September); dort sind u.a. auch drei Sterl-Gemälde zu sehen: Generalmusikdirektor Ernst von Schuch bei der Generalprobe, 1909 (WVZ 740); Schuch vor rotem Hintergrund, um 1909n (WVZ 739); Schuch dirigiert den »Rosenkavalier«, 1911 (WVZ 853)



Steinbrucharbeiten – Malerei von Bernd Fenk
zu Besuch im Atelier von Robert Sterl,
Kabinettausstellung nur für wenige Tage über Pfingsten: 5. bis 15. Juni 2014

Im Rahmen der Kunstmeile-Wehlen und dem 10. Aktionstag "Kunst: offen in Sachsen“ / Tag der offenen Ateliers zeigt der im nahe gelegenen Dorf Wehlen ansässige Maler und Grafiker Bernd Fenk in Ergänzung der Steinbrecher-Gemälde Robert Sterls ausgewählte Arbeiten zum Thema Sandstein und Steinbruch: Zwei Gemälde aus dem Jahr 2011 und drei Vorstudien in farbiger Ölkreide werden neben Sterl-Steinbruch-Gemälden präsentiert (Kurator Dr. Andreas Quermann).

Der 1942 in Naumburg/Saale geborene Künstler Bernd Fenk absolvierte eine Lehre als Schriften- und Dekorationsmaler. Von 1962 bis 1967 studierte er Chemie an der TU Dresden und arbeitete danach bis 2002 als Chemiker. Von 1974 bis 1976 belegte er Abendkurse an der HfBK Dresden in Malerei und Aktzeichnen; 1986 bis 1988 Spezialschule für Malerei und Grafik Rammenau; seit 1985 nebenberufliche Tätigkeit als Maler und Grafiker. Seit 2002 ist Bernd Fenk als freischaffender Maler/Grafiker in Dorf Wehlen in der Sächsischen Schweiz ansässig. Mit seiner Produzentengalerie „Malva“ zählt er zu den engagierten Initiatoren der 2012 gegründeten Künstler-Interessen-Gemeinschaft „Kunstmeile Wehlen“. Einzelausstellungen: Stadtmuseum Naumburg 2004, Stadtgalerie Bad Schandau 2005, Stadtgalerie Pirna 2007, Atelierhaus Leon Pirna 2008, Schmiedestraße Pirna 2011, Radfahrerkirche Stadt Wehlen 2012, Schloss Struppen 2014

Zu seinen Motiven zählen neben Landschaften und absatrakten Werken auch die örtlichen Steinbrüche und Felsformationen, die er sowohl in großem Format in Öl auf Leinwand malt, als auch zeichnerisch erfasst. Berd Fenk verwendet Naturfarben, die er teilweise aus selbst gesuchten und verarbeiteten Erden und Sanden herstellt. Neben 13 Steinbruch-Gemälden von Robert Sterl werden nur für wenige Tage fünf Steinbruch-Werke von Bernd Fenk im Robert-Sterl-Haus gezeigt.



Tiere - Menschen - Sensationen
Gemälde und Zeichnungen des Sterl-Schülers Franziskus Dellgruen (1901-1984)
Sonderausstellung: 13. Juli bis 7. September 2014 (verlängert bis 12. Sept.)

Der Maler und Grafiker Franziskus Dellgruen (auch: Franz Dellgrün, 1901–1984) stammt aus Köln, wo er von 1917 bis 1922 die Kunstgewerbeschule besuchte. Von 1923 bis 1927 studierte er an der Dresdner Kunstakademie, spätestens seit 1926 als Meisterschüler bei Robert Sterl. Zeitweilig war er hier auch Gaststudent bei dem Expressionisten Oskar Kokoschka. Er erhielt 1927 das Jubiläumsstipendium der Stadt Dresden und das Sächsische Innenministerium erwarb sein noch ganz impressionistisches Ölgemälde „Erzgebirgsland schaft“ desselben Jahres (heute: Galerie Neue Meister, Dresden). Einzelne Werke befinden sich auch in der Städtischen Galerie Dresden.
Nach einem Studienaufenthalt in Italien ging er 1928 nach Berlin, wo er wohl bis 1931 als Meisterschüler bei dem Impressionisten Max Slevogt studierte. Danach lebte Dellgruen als freischaffender Künstler in Berlin, wo er sich regelmäßig an Kunstausstellungen beteiligte – bis 1933 und dann wieder nach dem Krieg.
Beinahe sein gesamtes Frühwerk wurde im Weltkrieg 1943 zerstört. Nach Kriegserfahrungen und Gefangenschaft arbeitete der introvertierte Künstler weiter freischaffend in West-Berlin und beteiligte sich wieder an Ausstellungen. Der West-Berliner Senat erwarb wahrscheinlich im Rahmen der Künstlerförderung noch in den 1950er Jahren wenige Werke Dellgruens.

Dellgruen experimentierte mit verschiedenen Stilrichtungen – anfangs impressionistisch, später teilweise expressiv sowie an Picasso, Beckmann, Klee oder Léger erinnernd – und erreichte dabei ein hohes Maß persönlicher Ausdruckskraft. Die Bildwelt Dellgruens erscheint heiter: Er zeigt neben lustigen Tieren und farbenfrohen Blumen vor allem aktive Menschen beim Sport oder Liebespaare. Seine Aktdarstellungen – Frauen wie Männer – sind dabei keinesfalls obszön oder anstößig, sondern vielmehr skizzenhaft und wirken zuweilen wie freundliche Karikaturen, dem Leben zugewandt. Und so hat sich Dellgruen in der Welt des Theaters und des Zirkus sehr wohl gefühlt und trat zuweilen sogar selber als Clown auf. Auch hatte er eine Dauerkarte für den Zoo.

In der wohl ersten Einzelausstellung des Künstlers in seinem 30. Todesjahr werden neben realistischen Stillleben und Tierdarstellungen abstrahierende Akte und Karikaturen, sowie allerlei Humoristisches aus einer Privatsammlung gezeigt, die in den vergangenen Jahren aus dem Nachlass erworben wurde. Die meisten Werke sind undatiert. Diese Sonderausstellung (Kurator Dr. Andreas Quermann) fügt sich in eine Reihe von Präsentationen bekannter oder weitgehend vergessener Sterl-Schüler: 2012 Gertrud Schäfer (1880–1945); 2010 Curt Grosspietsch (1893–1980); 2007 Wilhelm Rudolph (1889–1982); 2008 Otto Griebel (1895–1972); 2004 Heribert Fischer-Geising (1896–1984); 2003 Erich Fraass (1893–1974); 2002 Fritz Schulze (1903–1942); 2001 Leonore Kehrer (1901–1997).
download_faltblatt_dellgruen-ausstellung_2014.pdf

Sonntag 31. August, 11 Uhr und 15 Uhr
öffentliche Führung zur Sonderausstellung mit Sichtung von weiteren, nicht ausgestellten Werken des Sterl-Schülers Franziskus Dellgruen (1901-1984)



VON DER UNBERECHENBARKEIT DER OFFENHEIT
- ZENTRUM - PERIPHERIE - WEHLEN - 
eine Ausstellung von Henrike Pilz, Robert-Sterl-Preis 2014
21. September − 31. Oktober 2014

Henrike Pilz arbeitet gattungsübergreifend: Neben Zeichnung und Malerei schafft sie fotografische  Arbeiten, sowie digitale Werke, Objekte und Videos, z.B.:
Grünes und blaues Licht, Super 8 / Videoloop, 3 min., 2013 [LINK]

Der Ausstellungstitel ist zu verstehen als augenzwinkernde Selbstkritik an der eigenen Offenheit und gattungsübergreifenden
Arbeitsweise der Künstlerin. Diese gefährliche „Unberechenbarkeit“ bezieht sich zugleich auf digitale Informationswelten und Bilderflut.

In ihren Zeichnungen untersucht Henrike Pilz Automatismen. Im langsamen Arbeiten wird hierbei der Anspruch abgelegt, „in dem Moment Kunst machen zu wollen“.  Die Werke sollen absichtslos aus sich selbst heraus entstehen – Zeichnen als Befreiungsakt von rationalem Denken.

Auch im Prozess des Malens entsteht Unvorhersehbares. Die Künstlerin reagiert intuitiv auf Farben und freie Formen. Die Gemälde entstehen daher ohne kompositorische Absicht: Im ergebnisoffenen Schaffensprozess wird auf der Bildfläche Bewegung und Zufall organisiert.

Im Gegensatz dazu sucht Henrike Pilz in fotografischen Arbeiten  den Abstand zum Handgemachten und geht auf Distanz zum eigenen Werk: Die auratische Präsenz eines „originalen“ Kunstwerks wird durch technische Reproduktion in Frage gestellt. Pixelgrafiken und fehlerhafte Computerbilder erzeugen  fantastische Anordnungen, die mit Gemälden konkurrieren können.
Kurator: Dr. Andreas Quermann

Die Sammelstiftungen des Bezirkes Dresden vergeben als Verwalter des Nachlasses von Robert Sterl zusammen mit der Hochschule für Bildende Künste Dresden seit 1997 jährlich den Robert-Sterl-Preis für Meisterschüler. Bisherige PreisträgerInnen waren 1997: Annekatrin Klump | 1998: Jörg Burzinsky | 1999: Antje Blumenstein | 2000: Sebastian Hempel | 2001: Susanne Nosky | 2002: Daniel Kestel | 2003: Susanne Hanus | 2004: Heide Hinrichs | 2005: David Buob | 2006: Michael Mader | 2007: Kai Hügel | 2008: Katja Hoffmann-Wildner | 2009: Paul Pretzer | 2010: Sara Pfrommer | 2011: Franziska Semtner | 2012: Juliane Schmidt | 2013 Nicolás Dupont | 2014: Henrike Pilz  - LINK: Preisträger 1997-2014