Aktuell

Bricks – Arbeit als Spiegelbild des Grotesken

17. Oktober bis 28. November 2021

Es handelt sich um die Sterl-Preis-Ausstellung 2021 im Robert-Sterl-Haus. Gezeigt werden Arbeiten des diesjährigen Sterl-Preisträgers, Willy Schulz.

Ernst von Schuch und Robert Sterl – Eine Künstlerfreundschaft

Sonderausstellung vom 09. September bis 03. Oktober 2021

Eine Kooperation mit der Familienstiftung Ernst Edler von Schuch, Dresden; anlässlich des 175. Geburtstags des bedeutenden Dirigenten und wegweisenden Operninterpreten Ernst Edler von Schuch

Nachdem Robert Sterl 1906 zum Professor ernannt und in die Dresdner Gesellschaft aufgenommen worden war, eröffnete sich für ihn die Welt der Musik durch den Auftrag, ein Gruppenporträt des berühmten Streichquartetts von Henri Petri (1856-1914), dem Königlich Sächsischen Konzertmeister der Dresdner Hofkapelle, anzufertigen. Eine Freundschaft entwickelte sich, durch die Sterl auch den etwa 20 Jahre älteren, bereits sehr erfolgreichen und berühmten Dirigenten und Generalmusikdirektor der Königlich Sächsischen Hofoper, Ernst Edler von Schuch (1846 – 1914), kennenlernte.

Sterl war begeistert von dem charismatischen und selbstbewussten Schuch. Er und seine Musik sollten für die folgenden sieben Jahre Quell reicher Inspiration für den Künstler sein und einen besonderen Stellenwert in seinem Schaffen einnehmen. Etliche Gemälde, einige Lithografien und zahlreiche vorbereitende Zeichnungen zeugen davon. Das Verhältnis beider war durch großen Respekt füreinander geprägt. Der Jüngere bewunderte und verehrte den Älteren stark, was vor allem in seinem grafischen Werk zum Ausdruck kommt. Aber auch Schuch schien sich von Sterl auf besondere Weise verstanden und präsentiert zu fühlen. So erhielt er allein das Privileg, während der Proben zwischen den Musikern im Orchestergraben der Hofoper sitzen und Skizzen anfertigen zu dürfen. Unzählige Zeichnungen des Orchesters und vor allem des Dirigenten Schuch aus unmittelbarer Nähe belegen dies. Gleichzeitig offenbaren sie, wie Sterl teils regelrecht fieberhaft versucht, Person und Orchester, einzeln und als Gesamtheit, möglichst tiefgreifend zu erfassen und auf das Papier zu bannen. Häufig ergänzt er seine Zeichnungen durch Anmerkungen, die ihm helfen, den unmittelbaren Eindruck des Erlebten im Gedächtnis zu behalten. Zum Teil überblendet Sterl gar Dirigent und Musik, indem er dessen Züge im Einklang mit der Stimmung des gespielten Stücks gestaltet.

Gerade seine Zeichnungen bekunden sein Suchen, sein „Ertasten“ und sein Erfassen der Musik, dessen Zentrum Ernst von Schuch für ihn bildet. Dementsprechend präsent ist er im zeichnerischen Werk des sächsischen Künstlers dieser Zeit. Sterls Lithografien von Schuch ermöglichen einem größeren Publikum, Darstellungen des beliebten Dirigenten erwerben zu können, womit er zusätzlich zu seiner Bekanntheit beiträgt. 1914 stirbt Ernst von Schuch. Tief erschüttert, erlosch für Robert Sterl mit der Person auch sein Interesse an weiteren Musikerbildern. Beide verband, dass sie das Wesen der Musik zu erfassen suchten sowie dem Klang Form und Farbe zu geben verstanden.

In der Sonderausstellung werden Zeichnungen und Lithografien aus der umfangreichen Sammlung des Robert-Sterl-Hauses präsentiert. Außerdem kann Dank einer Reihe von Leihgaben aus Dresdner Privatbesitz (Fotos, Postkarten, Ehrenmedaille, Festprogramm, Zeitungsartikel etc.) die generelle Verehrung Ernst von Schuchs, der Privatmann und Familienvater und die Verbindung seiner Familie zum Robert-Sterl-Haus über den Tod beider Künstler hinaus gezeigt werden.

Zur Sonderausstellung werden diverse begleitende Veranstaltungen angeboten.

Plakat zur Ausstellung: Constantin Meunier und Robert Sterl - Die Arbeiter im Blick

Constantin Meunier und Robert Sterl
Die Arbeiter im Blick

Sonderausstellung: 1. Mai bis 29. August 2021

Robert Sterl besucht 1902 den belgischen Bildhauer und Maler Constantin Meunier (1831-1905) in Brüssel. Nach dem Treffen schreibt er beglückt an seine Frau: „M. liebe Helene! Komme soeben von Meunier und von seinen Arbeiten. Ich habe vollauf das gefunden was ich mir vorgestellt habe.“ Sterl hat sich zu diesem Zeitpunkt bereits intensiv mit dem Thema Arbeit beschäftigt: in Hessen mit der Feld- und Erntearbeit der Bauern, der Tätigkeit der Handwerker sowie dem Gewerbe der Töpfer, in der Sächsischen Schweiz mit der schweren körperlichen Arbeit der Steinbrecher. Das Motiv der Steinbrecher greift Sterl über 30 Jahre auf, es wird zu seinem künstlerischen Markenzeichen. Kennzeichnend für seine Darstellungen ist der Fokus auf die große Kraftanstrengung der Arbeiter. Diesen Aspekt hebt Sterl ebenfalls bei den in Russland entstehenden Ansichten von Lastenträgern und Wolgatreidlern hervor. In den Essener Krupp-Werken fertigt Sterl hingegen auch individuelle Porträts der Stahlarbeiter an.

Meuniers internationaler Ruhm gründet sich auf seine Darstellungen der Bergarbeiter*innen. In ihrer Kraft und Würde werden sie für Robert Sterl zur Inspiration. Die enge inhaltliche Verbindung der beiden Künstler haben schon die Zeitgenossen erkannt, so wird Sterl in der zeitgenössischen Presse als „sächsischer Meunier“ bezeichnet. Die Parallelen und Unterschiede im Werk beider Künstler – in ihrem Blick auf die Arbeiter – werden in der Ausstellung erstmals aufgezeigt.

Zur Ausstellung ist ein Booklet erschienen, das Sie im Robert-Sterl-Haus oder über unseren Online-Shop erwerben können.