
„Ein wahres Bild unserer Zeit“
Steinbrecher im Werk von Robert Sterl
01.05. – 19.07.2026
Die Ausstellung „Ein wahres Bild unserer Zeit“ – Steinbrecher im Werk von Robert Sterl widmet sich anlässlich des 20-jährigen Jubiläums des Malerwegs einem zentralen Thema im Schaffen des Dresdner Künstlers Robert Sterl: den Steinbrüchen des Elbsandsteingebirges und den dort arbeitenden Menschen. Mit eindrucksvollen Gemälden, Zeichnungen, Skizzen, historischen Fotografien und Objekten aus dem Nachlass des Künstlers und darüber hinaus eröffnet die Ausstellung einen facettenreichen Blick auf die Arbeits- und Lebenswelt der Steinbrecher um 1900.

Bereits 1893 besuchte der damals 26-jährige Robert Sterl erstmals die Steinbrüche der Sächsischen Schweiz. Was zunächst mit einem Illustrationsauftrag begann, entwickelte sich schon wenige Jahre später zu einem der bedeutendsten Motive seines künstlerischen Schaffens. Sterl interessierte sich nicht für die romantische Verklärung der Landschaft, sondern für die Menschen, die den Sandstein unter schwersten Bedingungen abbauten. Krankheiten wie die Silikose („Staublunge“), schwere Arbeitsunfälle und soziale Not bestimmten den Alltag vieler Arbeiterfamilien. Die Auseinandersetzung mit diesem Thema war für Sterl auch persönlich geprägt: Sein eigener Vater, ein Steinmetz, starb früh an den Folgen der Silikose.

Besonders mit dem monumentalen Gemälde Feierabend Steinbrucharbeiter (heute verschollen) von 1898 schuf Sterl ein „wahres Bild unserer Zeit“, wie er selbst schrieb. Statt die Arbeiter bei ihrer gefährlichen Tätigkeit zu zeigen, stellt er sie nach einer langen Schicht dar: erschöpft, aber zugleich würdevoll ziehen sie heimwärts. Damit rückte Sterl die soziale Frage seiner Zeit in den Mittelpunkt seiner Kunst und schuf eindringliche Bilder des Arbeitsalltags und der gesellschaftlichen Veränderungen um 1900.

Die Ausstellung zeigt zugleich, wie sich Sterls Blick auf das Thema im Laufe der Jahre wandelte. Während frühe Arbeiten noch sozialkritisch geprägt sind, interessieren ihn in späteren Werken zunehmend Licht, Farbe, Bewegung und die malerische Wirkung der Szenen. Seine Darstellungen bewegen sich damit zwischen realistischer Beobachtung, gesellschaftlicher Reflexion und impressionistischer Bildsprache.
Ausgehend von Sterls Anspruch, ein „wahres Bild“ seiner Zeit zu schaffen, fragt die Ausstellung auch nach dem Verhältnis von Kunst und Wirklichkeit. Wie entstehen Bilder von Arbeit, Gesellschaft und Landschaft? Welche Perspektiven vermitteln sie – und welche nicht? Die Präsentation lädt dazu ein, Robert Sterls Werke nicht nur als historische Dokumente, sondern auch als bewusst gestaltete künstlerische Interpretationen zu betrachten. Angesichts anhaltender Diskussionen über Arbeitsbedingungen, soziale Gerechtigkeit und gesellschaftlichen Wandel besitzen Sterls Steinbrecherbilder zudem bis heute eine bemerkenswerte Aktualität.
Veranstaltungen im Rahmen der Sonderausstellung:
| Freitag, 01.05.2026, 11 Uhr | Vernissage zur Ausstellung „Ein wahres Bild unserer Zeit“ – Steinbrecher im Werk von Robert Sterl Musik: Matthias Hübner (Cello) Bei gutem Wetter Ausklang im Garten bei einem kleinen Frühstück im Grünen |
| Sonntag, 31.05.2026, 15 Uhr | Kuratoren-Führung durch die Sonderausstellung Kosten: regulärer Eintritt (5,- € | erm.: 3,50 €) |
| Samstag, 13.06.2026, 9 – 17 Uhr | „Auf Robert Sterls Spuren – Malen im Steinbruch“, Malworkshop mit der Wehlener Künstlerin Anne Kern (www.anne-kern.de) und einer (kunst)historischen Einführung durch Juliane Gatomski (Leiterin Robert-Sterl-Haus) Kosten: 45,- € / erm. 30,- € Anmeldung bis 10.06.2026 per Mail an: kontakt@robert-sterl-haus.de |
| Samstag, 27.06.2026, 16:30 Uhr | Arbeit im Bild um 1900 – Ausgewählte Steinbrecherbilder Robert Sterls im Kontext der Arbeiterdarstellungen seiner Zeit Vortrag: Juliane Gatomski, Leiterin Robert-Sterl-Haus Kosten: Wir freuen uns über jede Spende. Bei gutem Wetter Ausklang bei einem Glas Wein im Garten. |
| Samstag, 18.07.2026, 10:30 Uhr | Kuratoren-Führung durch die Sonderausstellung Kosten: regulärer Eintritt (5,- € | erm.: 3,50 €) |
Zurückliegende Ausstellungen …

Die Antwort
Luca Pataki
Robert-Sterl-Preis-Ausstellung 2025
„Wenn es eine Antwort gibt,“ so die Künstlerin und Robert-Sterl-Preisträgerin Luca Pataki, „muss es auch eine Frage gegeben haben, oder?“ In ihrer Ausstellung „Die Antwort“ zeigt sie auf ideenreiche und teils witzige Art und Weise einen fortlaufenden Prozess des Werdens, durch den sie über Erinnerung und Zeit sowie Macht und Wissen nachdenkt. Im Sinne eines Joseph Beuys hat Pataki eine Installation konstruiert, die eine „Gestaltung des Denkens durch Form, Scheitern und Begegnung“ wiedergibt. Sie erforscht die Instabilität der Wahrnehmung und die Zerbrechlichkeit der Systeme, die wir zu ihrer Aufrechterhaltung schaffen. Skulptur, Zeichnung und Installation dienen der Künstlerin dabei als Mittel, um das innere Ungleichgewicht des Individuums sichtbar zu machen. Am Ende bleibt offen, ob es überhaupt eine Antwort gibt, woraus sie sich speist und wie ihr Wesen aussehen könnte.
Bei der Sonderausstellung handelt es sich um die Präsentation von Werken der diesjährigen Trägerin des Robert-Sterl-Preises. Dieser wird jährlich von den Sammelstiftungen des Bezirkes Dresden in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Bildende Künste (HfBK) Dresden an eine Meisterschülerin bzw. einen Meisterschüler der HfBK vergeben. Der Robert-Sterl-Preis erinnert an das kulturell-soziale Engagement des Künstlers Robert Sterl (1867–1932) und zielt darauf ab, junge Künstlerinnen und Künstler der Kunstakademie (heute: Hochschule für Bildende Künste) Dresden, an der Sterl über mehr als 25 Jahre Professor war, zu fördern.
Im Jahre 2022 schloss Luca Pataki ihr Kunststudium an der Hungarian Academy of Fine Arts in Budapest erfolgreich mit einem Master ab. Während ihres Studiums entwickelte sich ihr Werk allmählich durch zeichnerische, digitale und installative Elemente weiter, wobei sie die Grenzen der Bildebene erkundete, wie die Künstlerin selbst in ihrem Bewerbungsportfolio für den Robert-Sterl-Preis erläuterte. Seit 2023 ist Pataki als Meisterschülerin an der Hochschule für Bildende Künste Dresden in der Klasse von Prof. Anne Neukamp eingeschrieben. In den letzten vier Jahren nahm Pataki an diversen Gruppenausstellungen, u.a. in Budapest, Dresden und Berlin, teil. Bei ihrer Ausstellung „Die Antwort“ handelt es sich bereits um ihre vierte Einzelausstellung.
Veranstaltungen im Rahmen der Sonderausstellung:
| Fr, 31.10.2025, 11:00 Uhr | Verleihung des Robert-Sterl-Preises 2025 und Eröffnung der Sonderausstellung„Die Antwort“ mit Werken der Robert-Sterl-Preis-Trägerin 2025, Luca Pataki |
| Sa, 22.11.2025, 14:30 Uhr | Rundgang mit Gespräch durch die Sonderausstellung „Die Antwort“ mit der Künstlerin und Robert-Sterl-Preisträgerin 2025 Es fallen nur Kosten für den Eintritt an. |
| Sa, 07.02.2026, 14:30 Uhr | Gespräch über Ausstellung & Publikation mit der Künstlerin und Robert-Sterl-Preisträgerin 2025 Es fallen nur Kosten für den Eintritt an. |
| Sa, 11.04.2026, 11 – 16 Uhr | Workshop: Auf der Suche nach Antworten, malerische Werkstatt mit der Künstlerin und Robert-Sterl-Preisträgerin, weitere Informationen auf AnfrageAnmeldung per E-Mail an: kontakt@robert-sterl-haus.de |
| Sa, 18.04.2026, 15 Uhr | Finissage & Gespräch mit der Künstlerin über Projekte, Pläne und ihr Selbstverständnis, Musik: Carlo Heller |